Sunk Costs – Welche Bedeutungen haben diese für Management-Entscheidungen?

Sunk Costs – im deutschen Sprachgebrauch auch als versunkene Kosten oder irreversible Kosten bezeichnet – stellen Kosten dar, die bereits entstanden sind und nicht mehr rückgängig gemacht werden können. Diese beinhalten sowohl Kosten der Vergangenheit, aber auch zukünftige Kosten, deren Anfall unwiderruflich ist. Zu den Sunk Costs zählen beispielsweise Kosten für die Produktentwicklung, Kosten für die Markteinführung oder Marktentwicklung, oder auch Kosten für die Errechnung eines Business Case oder einer kontinuierlichen Verbesserung.

Weshalb ist es für Manager wichtig das Konzept der Sunk Costs bei Entscheidungen zu berücksichtigen?

Wie bereits oben beschrieben, sind Sunk Costs irreversible Kosten der Vergangenheit und dürfen deshalb auch für zukünftige Entscheidungen nicht berücksichtigt werden. Entscheidungen sollen rational und faktenbasiert getroffen werden, um das bestmögliche Ergebnis aus einer Situation für die Zukunft zu erreichen. Sunk Costs der Vergangenheit haben jedoch nichts mit der Zukunft zu tun, sondern sind für diese Entscheidungen irrelevant und führen lediglich zu einer Emotionalisierung im Entscheidungsprozess.

Anschaulicher wird dieses Phänomen, wenn praktische Beispiele betrachtet werden, welche Auswirkungen Sunk Costs auf Entscheidungen haben können:

  • Im Laufe des Produktentwicklungsprozesses oder auch Innovationsprozesses werden üblicherweise verschiedene Entscheidungsstufen integriert, um Risiken zu minimieren und die Wahrscheinlichkeit der wirtschaftlichen Verwertbarkeit eines ausgereiften Produktes zu erhöhen. Geht es beispielsweise um die Entscheidung, ob für ein Produkt, welches bereits im Prototyp vorliegt, ein ausreichendes Marktpotential für die Weiterentwicklung vorliegt, so dürfen die bisher angefallenen Kosten der Produktentwicklung in diese Entscheidung keinen Einfluss nehmen. Die bisher angefallenen Entwicklungskosten sind Sunk Costs und beeinflussen in keinster Weise das Marktpotential oder den zukünftigen Markterfolg. Als Manager wäre es somit unklug die Entwicklungskosten bei der Entscheidung für die Weiterentwicklung zu berücksichtigen.
  • Ein weiteres Beispiel ist bei IT-Systemen und Software häufig zu finden: Die aktuelle Software ist für die Anforderungen des Unternehmens nicht (mehr) geeignet. Es muss entschieden werden, ob mit dem bestehenden System weitergearbeitet wird – eventuell mit weiteren Investitionen das System verbessert wird – oder ob eine besser geeignete Software angeschafft wird. Bei dieser Entscheidung sind viele Aspekte zu berücksichtigen, wie technologische Entwicklungen, Potential der Weiterentwicklung versus Potential der neuen Software, Usability und viele mehr. Ein Aspekt der jedoch nicht bei der Entscheidung berücksichtigt werden darf, sind die bisher angefallenen Kosten für die Implementierung und Anpassung der aktuellen Software. Diese Kosten ändern nichts daran, dass das System derzeit nicht die Anforderungen des Unternehmens erfüllt und auch nichts daran, ob die Anforderungen zukünftig erfüllt werden können. Entsprechend ist die Formulierung „Wir haben in diese Software schon so viel investiert, da wechseln wir jetzt nicht!“ irrational und kann zu einer schlechten Entscheidung führen.
  • Produkteinführungen am Markt sind oft mit hohen Kosten verbunden. Erreicht das Produkt nicht die erhofften Ergebnisse, sollte man nicht die bereits investierten Kosten in die Entscheidung, ob das Produkt im Markt belassen oder zurückgezogen wird, einbeziehen, sondern sich nur an den zukünftigen Potentialen des Produktes am Markt orientieren.

Befreien Sie Entscheidungen von Sunk Costs!

Zusammenfassen lässt sich eine Kernaussage aus dem Konzept von Sunk Costs bilden: Befreien Sie Ihre Entscheidungen von Sunk Costs. Dies trifft nicht nur auf Management-Entscheidungen zu, sondern auch auf Entscheidungen anderer Hierarchiestufen oder sogar private Entscheidungen beispielsweise bei Investments. Die Rationalität Ihrer Entscheidungen können Sie ohne großen Aufwand steigern:

  • Seien Sie sich des Konzepts der Sunk Costs bewusst.
  • Prüfen Sie Informationen und Kosten rund um Entscheidungen, ob es sich dabei um Sunk Costs handelt.
  • Lösen Sie Ihre Emotionen von den Sunk Costs, auch wenn dies naturgemäß mit steigendem Einsatz immer schwerer fällt.

 

Weitere Informationen zum Thema Sunk Costs finden Sie auf folgenden Seiten (Autor nicht für den Inhalt auf den verlinkten Seiten verantwortlich):

https://www.investopedia.com/terms/s/sunkcost.asp

https://www.businessinsider.com/mba-mondays-sunk-costs-2010-7?IR=T

 

„Lieber ein Ende mit Schrecken, als ein Schrecken ohne Ende!“

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